Selbstverteidigung

Selbstverteidigung

An der Kung Fu Schule Stuttgart lehren wir Selbstverteidigung in zwei getrennten Formen:
1. f├╝r “Kung Fu Sch├╝ler” an unserer Schule, die im Rahmen des Kung Fu Trainings nat├╝rlich auch die Verteidigung mit den
    Techniken des Kung Fu ├╝ben und erlernen.
2. Selbstverteidigungs-Interessierte, die nicht Kung Fu mit seinen vielen Facetten bei uns lernen
    - in kleinen Paketen “f├╝r Jeden” quai unabh├Ąngig vom eigentlichen Kung Fu Unterricht
    - 3 x 1,5 h donnerstags abends
    - getrennt f├╝r Frauen, f├╝r Jugendliche sowie in gemischten Gruppen

Allgemeines zum Selbstverteidigungstraining

Das Selbstverteidigungstraining an der Kung Fu Schule Stuttgart ist vielschichtig.
Nat├╝rlich geht es darum, Notsituationen zum einen gar nicht entstehen zu lassen, zum anderen – wenn sich Notsituationen nicht vermeiden lassen - sich oder anderen helfen zu k├Ânnen.
Es ist wichtig sich anbahnende Not- und Gefahrensituationen fr├╝hzeitig zu erkennen und soweit m├Âglich zu umgehen.
Kommt es dennoch zu einer Situation, in der ich bedr├Ąngt, festgehalten oder drangsaliert werde, so ist es wichtig, dass ich mich angemessen verhalte. Grunds├Ątzlich will ich eine Eskalation vermeiden und hochkochende Gem├╝ter bes├Ąnftigen. Schwierig ist dies, wenn ich provoziert, beleidigt oder herabw├╝rdigend behandelt werden. Ich will mich zum einen nicht ÔÇ×unterbuttern“ lassen, zum anderen will ich eine k├Ârperliche Auseinandersetzung vermeiden.

Innere Ruhe und Ausgeglichenheit sowie eine Betrachtung der Situation aus einer Metaebene und ein gefestigter Charakter sind hilfreich um Souver├Ąn (also Selbst-bestimmt) zu bleiben. Meine M├Âglichkeiten zu reagieren sind vielf├Ąltig. Zu meinen, auf eine Provokation kann ich nur mit Aggression reagieren ist der sichere Weg in eine evtl. gef├Ąhrliche Auseinandersetzung. Ich wei├č in der Regel nicht, welches K├Ânnen, welches Aggressionspotenzial, welchen Hintergrund und welche Waffen gegen mich eingesetzt werden k├Ânnten.
Sicherlich kann ich aggressiv, zurechtweisend, einsch├╝chternd reagieren. Ebenso kann ich aber auch humorvoll, ausweichend, ablenkend oder ÔÇ×ungew├Âhnlich“ (in welcher Art auch immer) reagieren. Doch auch mit einer deeskalierenden Reaktion meinerseits wird sich nicht jede k├Ârperliche Auseinandersetzung verhindern lassen.

Kommt es nun zu einer k├Ârperlichen Auseinandersetzung, so kann es sein, dass ich festgehalten werde, dass ich umklammert werde, dass etwas auf mich geworfen wird oder dass der andere anf├Ąngt nach mir zu schlagen oder zu treten. Auf alle diese Angriffe will ich passende ÔÇ×Antworten“ parat haben.
Hierbei ist zu beachten, dass ich als Kampfk├╝nstler die Verantwortung habe (auch rechtlich), die mildest-m├Âglichen Verteidigungstechniken einzusetzen. F├╝ge ich dem Angreifer der Situation nicht angemessene Sch├Ąden zu, so kann ich als Kampfk├╝nstler juristisch zur Verantwortung gezogen werden.
An der Kung Fu Schule Stuttgart haben wir ein System von 9 Stufen der m├Âglichen Reaktion auf einen Angriff. Welche hiervon angemessen ist, ist jeweilig von der Bedrohungssituation und den Beiteiligten Individuen und Randbedingungen abh├Ąngig.
Auf den ersten 3 Stufen befreie ich mich und manipuliere den Gegner, ohne ihm Schaden zuzuf├╝gen. Auf den Stufen 4-6 kommen Verteidigungstechniken zum Einsatz, die vor├╝bergehende Dysfunktionen (wie L├Ąhmungen, Atembeschwerden oder KOs) verursachen. Auf den Stufen 7-9 (die nur in Extremsituationen angemessen sein k├Ânnen) f├╝ge ich dem Gegner reparable oder irreparable Sch├Ąden zu um einer Notsituation zu entkommen.

Zieht man all das Gesagte in Betracht, so wird klar, dass Selbstverteidigung auf einer mentalen Ebene
- mit meinem Verh├Ąltnis zu mir selbst (Selbstbewusstsein; Innere Ruhe; Ausstrahlung) 
- mit meinem Verh├Ąltnis zu anderen (Gruppendynamik; erlaube ich mir, andere falls
  erforderlich zu besiegen?; Umgang mit Provokationen; Durchsetzungsverm├Âgen; innere
  Unabh├Ąngigkeit)
- mit dem Ma├č meiner Aufmerksamkeit f├╝r Gefahrensituationen
zu tun hat.

Kommt es zu k├Ârperlichen Auseinandersetzungen, so muss ich Befreiungstechniken beherrschen. Idealerweise kann ich Angriffe fr├╝hzeitig erkennen und intuitiv abwehren. Wenn ich Hebeltechniken und Wurftechniken beherrsche, so ist dies hilfreich. Wenn ich Kenntnisse ├╝ber Taktiken und Strategien im Kampf habe, so ist dies vorteilhaft. Wenn ich eine gut entwickelte Schlagkraft habe und zudem die empfindlichen Stellen am menschlichen K├Ârper kenne, so ist dies evtl. erfolgskritisch. Wom├Âglich hat eine zierliche Person nur Zeit f├╝r einen guten Schlag gegen einen kr├Ąftig gebauten Angreifer. Kenne ich neurologische und energetische Zusammenh├Ąnge im K├Ârper und wei├č, wie ich diese beeinflussen kann, dann kann ich mich auch gegen k├Ârperlich gr├Â├čere, st├Ąrkere und schwerere Gegner effektiv verteidigen.

All diese Aspekte sind Inhalt unseres Selbstverteidigungstrainings.

Auf einer ersten Stufe lernen unsere Sch├╝ler auf dem Weg zu intuitivem Abwehren Block- und Abwehrtechniken kennen und beherrschen. Wir ├╝ben Befreiungstechniken gegen diverse Haltegriffe und unterrichten Hebel- und Wurftechniken sowie Prinzipen und Anwendungen des Nervendruckpunkt-Schlagens.
Auf der n├Ąchsten Stufe kommt hinzu, dass wir aus den Bewegungen, Besonderheiten und Taktiken der diversen Kung Fu Stile (die wie an unserer Schule unterrichten) einen Mehrwert f├╝r die Selbstverteidigung ziehen. Wir setzen uns mit den Besonderheiten der diversen Stile auseinander und ├╝bertragen diese Prinzipien in Selbstverteidigungssituationen. F├╝r viele ├╝berraschend stellen wir immer wieder fest, dass die in den Formen der einzelnen Stile enthaltenen Techniken und Prinzipien nicht umsonst ├╝ber Jahrtausende bewahrt und weitergegeben wurden. Viele dieser Prinzipien bieten gerade f├╝r die Selbstverteidigung einen echten Mehrwert.
Als Beispiele seien hier – um nur ein paar zu nennen - die Schlagtechniken mit den ÔÇ×Pranken des Tigers“, die Wirkung der Greiftechniken mit der ÔÇ×Adlerklaue“, das ÔÇ×Fang-Schlagen“ und das ÔÇ×Schwerpunkt Bewegen“ des Gottesanbeterin Stils, das ÔÇ×Trommelfeuer“ und ÔÇ×├ťberrennen“ des Hsing Yi, die ausweichende und rotatorische Kraftentwicklung des Ba Gua, die H├Ąrte des S├╝dshaolin, die ÔÇ×Nadel im Heuhaufen“ des Tai Chi, das Ablenkende und ├ťberraschende des Betrunkenenstils genannt.

 

Hebeltechnik: Bei der ÔÇ×Hebeltechnik“ bzw. beim ÔÇ×Chin Na“, was soviel hei├čt wie ÔÇ×Nehmen und Kontrollieren“ unterscheiden wir 5 Prinzipien von Techniken.
1. Knochen ÔÇ×verrenken“, 2. Sehnen, Muskeln, B├Ąnder ├╝berstrecken, 3. Atem des Gegners ver├Ąndern, 4. Blutzirkulation des Gegners ver├Ąndern, 5. Energiek├Ârper des Gegners ver├Ąndern.
In den grundlegenden Techniken, die wir an unserer Schule unterrichten konzentrieren wir uns stark auf die beiden erstgenannten Prinzipien, auch wenn sich Aspekte des Nervendruckpunkt-Manipiulierens oft schwer heraus halten lassen und die Effektivit├Ąt und Leichtigkeit von Techniken enorm erh├Âhen.
Die Themen Atem und Blutzirkulation ver├Ąndern sind in der Regel so gef├Ąhrlich, dass wir diese aus dem normalen Unterricht weitgehend heraus halten und nur langj├Ąhrigen Sch├╝lern anvertrauen, die sich als charakterlich hierf├╝r geeignet erwiesen haben.
Bei den Hebeltechniken werden Techniken gegen viele Standard-Angriffe unterrichtet. Nat├╝rlich sind diese auch gegen Schl├Ąge und Tritte einsetzbar – im Greifen jedoch zun├Ąchst anspruchsvoller als gegen Angriffe, bei denen ich gegriffen, umklammert und festgehalten werde. Erst auf einem h├Âheren Niveau, wenn Blocktechniken und Ausweichbewegungen verinnerlicht sind ist es realistisch sinnvoll, Hebeltechniken einzusetzen.
Unsere Sch├╝ler sollen ├╝ber das Verst├Ąndnis f├╝r die einzelnen Hebeltechniken an sich auch noch ein Gef├╝hl entwickeln, ab welcher Schwelle ein ausreichend starker Reiz im Gegner entsteht um diesen kontrollieren zu k├Ânnen ohne dabei Schaden an zu richten (wozu diese Techniken nat├╝rlich im Ernstfall gleichermassen geeignet sind).

Wurftechnik: Bei der Wurftechnik lernen unsere Sch├╝ler wie bei den Hebeltechniken zun├Ąchst verschiedene Prinzipien kennen und beherrschen. So setzen wir uns mit H├╝ftw├╝rfen, Drehw├╝rfen, Fu├čfegern, Opferw├╝rfen, u.s.w. auseinander.
Wurftechniken sind wirkungsvolle Kampftechniken. Der Boden kann – je nachdem, wie der Gegner f├Ąllt – ein unnachgiebiger und gef├Ąhrlicher ÔÇ×Verb├╝ndeter“ sein. Der Gegner f├Ąllt und muss zun├Ąchst wieder aufstehen – wenn er sich nicht gar verletzt hat. So sind Wurftechniken geeignet, einen Angreifer ins Lehre laufen zu lassen, zu Boden zu bringen und dem Gegner die eigene ├ťberlegenheit zu demonstrieren und so evtl. eine weitere Eskalation zu vermeiden. Einen schlagenden Angreifer werfen zu wollen muss wohl abgewogen werden. Kommt der Gegner wieder, so ist evtl. eine gute Gelegenheit, wirkungsvollere Techniken anzuwenden vergeben und der Gegner bleibt evtl. gef├Ąhrlich.
Wurftechniken werden aber h├Ąufig auch sinnvoll als Abschlusstechnik eingesetzt – nachdem ein Angriff abgewehrt und der Gegner wirkungsvoll gekontert wurde mag eine Wurftechnik eine Selbstverteidigungssituation abschliessen.

Grunds├Ątzlich arbeiten wir mit Hebel und Wurftechniken auf verschiedenen Stufen des K├Ânnens. Auf der ersten Stufe soll die Technik Solo und mit Partner langsam aber korrekt ausgef├╝hrt werden. Der Angriff ist festgelegt und dient dazu das Prinzip der Wurftechnik zu erfassen. Auf der 2. Stufe wird die Wurf- oder Hebeltechnik auf angek├╝ndigte Angriffe fl├╝ssig und schnell ausgef├╝hrt. Auf der 3. Stufe wird die Auswahl an Angriffstechniken erweitert und nicht angek├╝ndigt – der sich verteidigende reagiert zunehmend intuitiv fl├╝ssig, schnell und realistisch. Auf der 4 Stufe wird gegen eine beliebige Anzahl von Angreifern, die mit nicht angek├╝ndigten Techniken angreifen d├╝rfen intuitiv reagiert. Hierbei d├╝rfen aus einem bestimmten Repertoire Hebel- Wurf- Block- und Kontertechniken eingesetzt werden.

Nervendruckpunkt-Techniken: Basis f├╝r die Ausf├╝hrung von Techniken gegen Nervendruckpunkte ist nat├╝rlich die Kenntnis der Lage der relevanten Punkte. Diese basieren auf der chinesischen Medizin und sind entlang der Meridiane auf dem ganzen K├Ârper verteilt. Manche dieser Punkte reagieren auf Druck, andere auf Schlagtechniken, wieder andere auf Reibung. Um eine optimale Wirkung zu erzielen ist zudem auch noch die Richtung der Kraftentfaltung und die Intention bei der Aus├╝bung der Technik relevant. Die Wirkung korrekt ausgef├╝hrter Techniken ist oft ├╝berraschend. Das Sch├Âne dabei ist, dass quasi kein Schaden im Gegner angerichtet wird. So sind mit Kenntnis von Nervendruckpunkttechniken auch f├╝r zierliche Menschen mit wenig Kraftaufwand wirkungsvolle Verteidigungstechniken gegen kr├Ąftige Angreifer m├Âglich. Ohne diese Kenntnis ist dies nur schwer oder gar nicht umsetzbar. Nat├╝rlich ist das genaue Treffen dieser Punkte ├ťbungssache – wie die Aus├╝bung jeder anderen Kunst auch. Doch mit beharrlichem und engagiertem ├ťben lassen sich Erfolge auf diesem Weg nicht vermeiden.
Michael Lieven und Mohamed Lamrabet sind Meister (2. Meister-Dan) in dieser Kunst, die implizit in alle unsere Kampfanwendungen mehr oder weniger stark ausgepr├Ągt einflie├čt.

die Wiege des Kung Fu in Stuttgart

Kung Fu Schule Stuttgart

Schule f├╝r chinesische Kampfkunst, Meditation und Selbstverteidigung

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